Veröffentlichungen

Eur J Endocrinol. 1994 Nov;131(5):540-6. doi: 10.1530/eje.0.1310540.

Pars tuberalis-spezifische Zellen in der Hypophyse des Schafes exprimieren die gemeinsame Alpha-Kette der Glykoprotein-Hormone: eine in situ Hybridisierungs- und immunzytochemische Studie

T M Böckers, J Bockmann, J D Fauteck, M R Kreutz, R Bock, W Wittkowski


Abstrakt

Die Pars tuberalis der Hypophyse von Schafen wurde mittels Elektronenmikroskopie, Immunzytochemie und nicht-radioaktiver In-situ-Hybridisierung untersucht, um die Pars-tuberalis-spezifischen Zellen, deren funktionelle Rolle innerhalb des endokrinen Systems noch immer rätselhaft ist, näher zu charakterisieren. Die ultrastrukturelle Analyse ergab, dass neben gonadotropen Zellen die überwiegende Mehrheit der Zellen in der Pars tuberalis von Schafen die typischen Merkmale von Pars-tuberalis-spezifischen Zellen mit deutlichen Anzeichen sekretorischer Aktivität aufweist. Die immunzytochemische Färbung mit einem polyklonalen Antikörper gegen die Alpha-Untereinheit von Glykoproteinhormonen von Schafen und die In-situ-Hybridisierung mit einem Antisense-Oligonukleotid, das zur Alpha-Untereinheit-mRNA komplementär ist, zeigten, dass die gemeinsame Alpha-Kette von Glykoproteinhormonen in pars tuberalis-spezifischen Zellen exprimiert wird. Antikörper gegen die Beta-Untereinheiten konnten keine der bekannten Beta-Ketten von Hypophysenglykoproteinhormonen in diesen Zellen nachweisen. Der Nachweis der Glykoprotein-Alpha-Untereinheit in pars tuberalis-spezifischen Zellen erwachsener Schafe stützt frühere Erkenntnisse, dass diese Zellen ein oder mehrere Glykoproteinhormone sekretieren. In Bezug auf die Thyrotropin-beta-ähnliche Immunreaktivität bei Ratten und Hamstern könnte man vermuten, dass pars tuberalis-spezifische Zellen ein pluripotenter Zelltyp mit geringer sekretorischer Aktivität unter basalen Bedingungen sind. Weitere Studien sollten die Hypothese bestätigen, dass ein bereits vorhandener mRNA-Pool in diesen Zellen für die anhaltende Translation von Glykoproteinhormonen nach physiologischer oder pharmakologischer Stimulation genutzt werden kann.

 

 

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